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Deutsche Presseagentur dpa, September 2005

Ausbildung/Arbeitsmarkt/
(Zusammenfassung 1100 - dpa-Umfrage)
Mangelhafte Allgemeinbildung von Schulabgängern problematisch =

Dresden (dpa/sn) - Die mangelhafte Allgemeinbildung von
Schulabgängern ist für Sachsens Unternehmen ein großes Problem bei der Nachwuchsgewinnung. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Landesweit wurden nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Sachsen (IHK) mit derzeit 11 709 Lehrverträgen etwa ebenso viele wie 2004 geschlossen. Rund 17 800 Schulabgänger - darunter 10 000 aus dem Vorjahr - sind laut Landesarbeitsagentur noch auf der Suche.

Laut IHK behindern auch mangelhafte Kenntnisse der Arbeitswelt den Start ins Berufsleben. Viele Firmen wünschen sich mehr Betriebspraxis in der Schulzeit. Ganz oben auf der Mängelliste der potenziellen Lehrlinge stehen nach Angaben von IHK-Ausbildungschef Werner Mankel schlechte Zensuren und Manieren. «Das Allgemeinwissen lässt oft zu
wünschen übrig.» Die Noten drei und vier in Deutsch und Mathematik seien keine Einzelfälle und vier von fünf Bewerbungsmappen mangelhaft. «Manche Bewerber lesen weder Bücher noch Tageszeitungen.»

Dabei erforderten einige neue Berufe der Elektronik extrem hohes Wissen. Konkurrenz gebe es für die Schulabgänger durch Abiturienten. In diesem Jahr drängen 5184 von ihnen in die Berufsausbildung, rund 430 mehr als im Vorjahr. Firmen suchen sich per Eignungstest und Probearbeit die besten Bewerber aus. Dabei werde laut IHK Probearbeit in Hotellerie und Handel bevorzugt, während in der Metall-, Elektro-und Chemiebranche Tests gefordert werden.

«Bewerber für Chemieberufe sollten die Formel für Wasser kennen. Wer das nicht weiß oder Diktat mit ck schreibt, fällt durch», sagte er. «Auch Kopfrechnen ist nicht jedermanns Sache», berichtete der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Sachsen, Frank Lehmann. Die Firmen achten stärker als zuvor auch auf die Persönlichkeit der Bewerber. «Wer beim Test die Brocken hinwirft oder im Betrieb den Chef nicht grüßt, hat schlechte Karten», sagte Mankel. Erziehung zu Höflichkeit sei Sache der Eltern, nicht der
Schulen.

Die Handwerkskammer Sachsen hat 2005 mit 4394 Verträgen rund zwölf Prozent weniger registriert als im Vorjahr. Bei Dachdeckern (59 Prozent) und Zimmerleuten (43 Prozent) zeigte sich der Rückgang am stärksten. Im IHK-Bezirk Sachsen hat etwa jeder achte neue Lehrling die mittlere Reife. 1233 Abiturienten sind auf Suche. Auf eine Lehrstelle in Sachsen kommen laut Landesarbeitsagentur 3,1 Bewerber.

(Internet: www.sachsen.ihk.de; www.handwerkskammer-sachsen.de, www.arbeitsagentur.de)

(Autorin: Katlen Trautmann, dpa)

 

Katlen Trautmann • Tel.: 0351 31 777 81 • Fax: 3222 375 4 357 • Funk: 0171 26 66 354 • Email: katlen.trautmann@t-online.de

 
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